Schonende Behandlung ausgewählter gutartiger Brustknoten

Fibroadenome mit Echotherapie behandeln

Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) als nichtoperative Behandlungsoption

Gutartige Brustknoten

Was ist ein Fibroadenom?

Ein Fibroadenom ist eine gutartige Gewebeveränderung der Brust. Es tritt besonders häufig bei jüngeren Frauen auf und wird oft als beweglicher Knoten ertastet oder bei einer bildgebenden Untersuchung entdeckt.

Nicht jedes Fibroadenom muss behandelt werden. Eine Therapie kann erwogen werden, wenn der Knoten Beschwerden verursacht, wächst, kosmetisch belastet oder die Patientin eine Behandlung wünscht.

Vor jeder Behandlung steht die sichere Diagnose.

Ein neu entdeckter oder sich verändernder Brustknoten sollte fachärztlich untersucht werden. Je nach Befund gehören klinische Untersuchung, Ultraschall, Mammografie und eine Gewebeprobe zur Abklärung.

Nichtoperative Behandlung

Echotherapie mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall

Bei der Echotherapie werden hochintensive Ultraschallwellen im Fibroadenom gebündelt. Im Zielbereich entsteht Wärme, durch die das behandelte Gewebe seine Funktion verliert. Der Körper baut dieses Gewebe anschließend über mehrere Monate schrittweise um.

Der Ultraschallkopf dient gleichzeitig zur Planung, Durchführung und Überwachung der Behandlung. Ein Hautschnitt ist nicht erforderlich. Ob HIFU für einen bestimmten Knoten geeignet ist, hängt unter anderem von Diagnose, Größe, Lage und Abstand zu Haut und Brustwand ab.

Behandlung eines Fibroadenoms mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU).

Im Video: Grundlagen und Durchführung der Echotherapie bei Fibroadenomen.

Schritt für Schritt

So läuft die Behandlung typischerweise ab

Vorbereitung

Diagnose und Eignung prüfen

Die vorhandenen Befunde werden bewertet und das Fibroadenom wird per Ultraschall vermessen. Bei Bedarf wird die gutartige Diagnose durch eine Gewebeprobe abgesichert.

Planung

Zielgebiet festlegen

Das Behandlungsteam prüft Lage, Form und Sicherheitsabstände und legt die zu behandelnden Bereiche präzise fest.

Behandlung

Ultraschallenergie fokussieren

Die Behandlung erfolgt üblicherweise ambulant und unter lokaler Betäubung oder angepasster Schmerzmedikation. Die Dauer richtet sich nach Größe und Lage des Knotens.

Nachsorge

Volumen und Beschwerden kontrollieren

Nachkontrollen dokumentieren die Rückbildung des Knotens, mögliche Beschwerden und das kosmetische Ergebnis.

Studienergebnisse

Das Fibroadenom wird über Monate kleiner

≈ 52 %

nach 6 Monaten

Mittlere Volumenreduktion

Zusammengefasster Wert einer Metaanalyse mit zehn Studien und 385 Patientinnen.

≈ 72 %

nach 12 Monaten

Weitere Rückbildung

Die Volumenabnahme setzt sich nach der Behandlung über einen längeren Zeitraum fort.

Wichtig: Die Werte sind Mittelwerte aus veröffentlichten Studien und keine persönliche Ergebniszusage. Ausgangsgröße, Gewebeaufbau, Lage, Behandlungstechnik und Nachsorge können das Ergebnis beeinflussen. [1]

Beispieldarstellung eines Fibroadenoms vor und nach Echotherapie. Das individuelle Ergebnis kann abweichen.

Historische Verlaufsgrafik aus dem bisherigen DZTA-Seitenmaterial. Grundlage war eine multizentrische Studie mit 42 Patientinnen und 51 Fibroadenomen. [2]

Sicherheit

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

HIFU ist nichtoperativ, aber nicht frei von Nebenwirkungen. In Studien wurden überwiegend vorübergehende Beschwerden beschrieben. Die persönliche Risikobewertung gehört in das ärztliche Aufklärungsgespräch.

Während der Behandlung

Je nach Empfindlichkeit können Wärmegefühl oder leichte bis mäßige Schmerzen auftreten.

Nach der Behandlung

Möglich sind Druckempfindlichkeit, Blutergüsse, Rötungen oder vorübergehende Hautverfärbungen.

Sorgfältige Auswahl

Sicherheitsabstände, Knotenlage und Erfahrung des Behandlungsteams sind entscheidend, um umliegendes Gewebe zu schützen.

Die aktuelle Metaanalyse berichtete keine schweren Nebenwirkungen, weist aber zugleich auf die begrenzte Studienbasis und den Bedarf an weiteren Untersuchungen hin. [1]

Kostenübernahme vorab klären

Die Erstattung kann von Krankenkasse, Vertrag und medizinischem Einzelfall abhängen.

Vor einer Behandlung sollte eine schriftliche Kostenklärung mit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung erfolgen. Das behandelnde Zentrum kann die dafür benötigten Unterlagen bereitstellen.

Einordnung durch den wissenschaftlichen Beirat

Prof. Dr. Dr. Hüdayi Korkusuz

Gründungsmitglied und wissenschaftlicher Beirat des DZTA e.V.

Eine verlässliche Diagnose ist die Grundlage jeder Therapieentscheidung. Erst danach lässt sich beurteilen, ob Beobachtung, Operation oder eine nichtoperative Behandlung wie HIFU für die Patientin sinnvoll ist.

Behandlungswege

Welche Alternativen gibt es?

Beobachtung

Bei sicher gutartigen, beschwerdefreien und stabilen Fibroadenomen kann eine kontrollierte Beobachtung ausreichend sein.

Vakuumassistierte Entfernung

Ausgewählte kleinere Befunde können über eine Hohlnadel unter Bildkontrolle entfernt werden.

Operation

Eine chirurgische Entfernung kann bei großen, wachsenden, symptomatischen oder diagnostisch unklaren Befunden sinnvoll sein.

Weitere Ablationsverfahren

Je nach Zentrum und Befund können auch andere wärme- oder kältebasierte Verfahren in Betracht gezogen werden.

 

Klare Abgrenzung

Fibroadenom und Brustkrebs sind unterschiedliche Erkrankungen

Diese Seite beschreibt die HIFU-Behandlung gutartig abgeklärter Fibroadenome. Bei einem krebsverdächtigen Befund oder bestätigten Mammakarzinom gelten die diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie.

Eine HIFU-Behandlung ist keine allgemeine Standardalternative zur leitliniengerechten Brustkrebstherapie. Ein möglicher lokaler Einsatz bei bösartigen Tumoren muss ausschließlich in spezialisierten Zentren und interdisziplinär beurteilt werden. [4]

Ultraschallbeispiel aus dem bisherigen DZTA-Seitenmaterial. Aus einer einzelnen Abbildung lässt sich keine allgemeine Therapieempfehlung ableiten.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zur Echotherapie

Für ausgewählte Patientinnen mit sicher gutartig abgeklärten Fibroadenomen, die Beschwerden verursachen, wachsen oder als belastend empfunden werden. Lage und Größe müssen technisch geeignet sein.

Ob eine Gewebeprobe erforderlich ist, entscheidet das Brustzentrum anhand von Alter, Bildgebung und Risikoprofil. Vor einer Ablation muss die gutartige Diagnose zuverlässig feststehen.

Üblicherweise wird HIFU ambulant unter örtlicher Betäubung oder angepasster Schmerzmedikation durchgeführt. Das genaue Vorgehen richtet sich nach Zentrum und Patientin.

Die Rückbildung erfolgt nicht sofort. Das behandelte Gewebe wird über mehrere Monate abgebaut und bei Nachkontrollen per Ultraschall vermessen.

Beschrieben sind unter anderem Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Blutergüsse, Rötungen und vorübergehende Hautverfärbungen.

Das lässt sich nicht pauschal zusagen. Die Kostenübernahme sollte vor der Behandlung individuell und möglichst schriftlich mit der Krankenversicherung geklärt werden.

Quellen und medizinischer Hinweis

  1. Metaanalyse zur Wirksamkeit und Sicherheit von ultraschallgeführtem HIFU bei Fibroadenomen, 2024.
  2. Multizentrische Studie mit 42 Patientinnen und 51 Fibroadenomen, 2015.
  3. Systematische Übersichtsarbeit zur Rolle von HIFU bei Fibroadenomen, 2023.
  4. S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 5.0, 2025.

Redaktioneller Stand: 15. August 2026

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Therapieempfehlung.

Nächster Schritt

Persönliche Eignung fachärztlich prüfen lassen

Ob Echotherapie für ein Fibroadenom sinnvoll ist, lässt sich erst nach einer sicheren Diagnose und der Prüfung aller vorhandenen Befunde beurteilen.